Pflanzenfarben selber machen – eine kreative Sommeridee für Groß und Klein

Pflanzenfarben selber machen – Sommeraktivität für Kinder

 

Pflanzenfarben selber machen

Draußen ist es heiß.

Genau richtig für ein kleines Experiment im Schatten.

Am vergangenen Wochenende haben wir auf einem Food Festival gemeinsam Papierservietten mit selbst hergestellten Pflanzenfarben gestaltet. Kinder und Erwachsene haben gemalt, gesprenkelt, ausprobiert und gestaunt. Es wurde gelacht, experimentiert und immer wieder nach den verschiedenen Farben gegriffen.

Am Ende kam fast jedes Mal dieselbe Frage:

„Wie macht Ihr diese Farben eigentlich?“

Genau deshalb findest Du hier meine einfache Anleitung. Vielleicht ist sie auch für Dich eine schöne Idee für die Sommertage, die Ferien, einen kreativen Nachmittag im Garten oder einfach zum Ausprobieren.

 

Naturfarben aus Blüten und Kräutern – Anleitung


Warum Pflanzenfarben?

Pflanzenfarben haben etwas Faszinierendes.

Aus Blüten, Kräutern, Tee oder sogar aus Küchenresten entstehen Gelb-, Rosa-, Pink- oder Blautöne.

Nicht immer exakt vorhersehbar. Genau das macht ihren besonderen Reiz aus.

Jeder Farbsud entwickelt seinen ganz eigenen Charakter und jedes Bild sieht am Ende ein wenig anders aus.

Es geht dabei weniger um Perfektion als um Freude am Entdecken.

 

Was sind Pflanzenfarben?

Pflanzenfarben sind natürliche Farbstoffe, die aus Blüten, Blättern, Früchten oder anderen Pflanzenteilen gewonnen werden. Sie eignen sich wunderbar für kreative Experimente auf Papier und bieten eine einfache Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu entdecken.

Welche Pflanzen eignen sich?

Für unseren Food Event haben wir Zutaten verwendet, die sich unkompliziert besorgen oder sogar in vielen Haushalten ohnehin finden lassen. (Es gibt aber natürlich noch viele mehr, die zum Ausprobieren einladen.)

Pflanze

Farbton

Schwarze Malve

Petrol bis Blau

Hibiskus

kräftiges Pink

Kamille

helles Gelb

Tagetes

kräftiges Gelb

Rooibos-Tee

Orangegelb

Avocadoschalen und Kerne

Hellrosa bis Altrosa

 

Naturfarben aus Blüten und Kräutern – Anleitung


Grundrezept für Pflanzenfarben

Eigentlich brauchst Du gar nicht viel.

  • eine Handvoll Pflanzenmaterial (frisch oder getrocknet)
  • Wasser
  • einen kleinen Topf
  • ein feines Sieb
  • Gläser oder kleine Schalen für die fertigen Farben

Nach dem Kochen werden alle Farbsude abgeseiht und vollständig abgekühlt.

TIPP Wenn Du verschiedene Farben sammeln möchtest, kannst Du sie zwischendurch problemlos einfrieren und später gemeinsam verwenden.

Schwarze Malve

Farbe: Petrol bis Blau

Eine Handvoll getrocknete Blüten mit kochendem Wasser übergießen.
Nur ganz kurz ziehen lassen und anschließend sofort abseihen.
So bleibt der wunderschöne petrolblaue Farbton besonders intensiv erhalten.

→ siehe auch Artikel "Färben mit Schwarzer Malve"

Hibiskus

Farbe: kräftiges Pink (färbt aber wirklich nur Papier :-)

Eine Handvoll getrockneter Hibiskusblüten mit Wasser bedecken und etwa 15 Minuten leicht köcheln lassen.
Anschließend abseihen und vollständig abkühlen lassen.

Kamille

Farbe: helles Gelb

Eine Handvoll Kamillenblüten etwa 30 Minuten leicht köcheln lassen.
Danach abseihen und abkühlen lassen.

→ siehe auch Artikel "Natürlich färben mit Kamille"

Tagetes

Farbe: kräftiges Gelb

Eine Handvoll Tagetesblüten ebenfalls etwa 30 Minuten leicht köcheln lassen.
Anschließend abseihen.

Rooibos-Tee

Farbe: Orangegelb

Eine gute Handvoll Rooibos oder mehrere Teebeutel etwa 30 bis 60 Minuten leicht köcheln lassen.
Der Tee kann ruhig länger ziehen, umso kräftiger werden die warmen Gold- und Orangetöne.

Avocadoschalen und Kerne

Farbe: Hellrosa bis Altrosa

Die Schalen und Kerne einer oder mehrerer Avocados mit Wasser aufkochen.
Anschließend abkühlen lassen.
Die Kerne zermatschen und erneut aufkochen.
Das kannst Du ein paar mal wiederholen oder sogar über Nacht ziehen lassen.

→ siehe auch Artikel "Färben mit Avocado"

Worauf kann man mit Pflanzenfarben malen?

Besonders schön funktioniert das Experiment auf

  • Papierservietten
  • Aquarellpapier
  • Zeichenpapier

Natürlich kannst Du auch auf Stoff experimentieren.

Bitte beachte jedoch, dass die hier vorgestellten Pflanzenfarben in der Regel nicht besonders wasch- oder lichtecht sind. Für dauerhafte Textilgestaltung eignen sie sich deshalb nur bedingt.

Gerade auf Papier und Servietten liegt jedoch ein ganz besonderer Zauber darin, dass jede Arbeit einzigartig wird.

 

Unsere Lieblingsmethode: Sprenkeln

Am Beliebtesten war auf dem Festival eindeutig die Sprenkeltechnik.

Dafür tauchst Du einen Pinsel in die Farbe und klopfst ihn anschließend vorsichtig mit dem Finger oder einem zweiten Pinsel über der Serviette ab.

So entstehen viele kleine Farbtropfen.

Je weniger Flüssigkeit sich im Pinsel befindet und je sanfter Du klopfst, desto feiner werden die Sprenkel.

Drückst Du den Pinsel direkt auf die Serviette, entstehen dagegen größere Farbflächen.

Gerade bei Papierservietten lohnt es sich, sparsam mit der Flüssigkeit umzugehen, damit das Papier nicht zu weich wird.

Die feinen Sprenkel erinnern am Ende fast an Konfetti oder Blütenstaub.

 

Naturfarben aus Blüten und Kräutern – Anleitung

Sind Pflanzenfarben für Kinder geeignet?

Die hier vorgestellten Farben bestehen ausschließlich aus Blüten, Tee oder pflanzlichen Zutaten und eignen sich wunderbar für gemeinsames kreatives Arbeiten mit Kindern.

Natürlich gilt – wie bei allen Kreativmaterialien – trotzdem:

  • nicht trinken
  • nicht in die Augen bringen
  • kleinere Kinder beim Experimentieren begleiten
  • Kleidung und Arbeitsfläche schützen
  • Vorsicht bei Allergien

Noch ein kleiner Tipp

Wenn Ihr draußen arbeitet, trocknen die Farben erstaunlich schnell.

Deshalb lohnt es sich, mehrere kleine Gläser bereitzustellen und verschiedene Farben immer wieder miteinander zu kombinieren.

Fast jede Serviette wird anders.

Und genau das macht den besonderen Reiz dieser Technik aus.

 

Lust auf weitere Experimente?

Viele Pflanzenfarben lassen sich übrigens mit etwas Essig oder Natron noch verändern.

Manche werden heller, andere dunkler oder schlagen plötzlich in ganz neue Farbtöne um.

Vielleicht wird daraus einmal ein weiterer Blogartikel :-)

 

Fazit

Manchmal braucht es gar nicht viel.

Ein paar Blüten.

Etwas Tee.

Eine Avocadoschale, die sonst im Biomüll gelandet wäre.

Dazu ein schattiges Plätzchen, ein paar Pinsel und die Lust, einfach auszuprobieren.

Ganz ohne Leistungsdruck. Ganz ohne richtig oder falsch.

Vielleicht ist genau das eine der schönsten Kreativideen für diesen Sommer.

Viel Freude beim Experimentieren!

Herzliche Sommergrüße,
Deine

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