(EIER) NATÜRLICH FÄRBEN MIT KAMILLE

Sanfte Gelbtöne aus Kamillenblüten
Viele Pflanzen enthalten Farbstoffe, die sich beim Kochen im Wasser lösen und überraschend schöne Naturfarben ergeben. Eine besonders freundliche und unkomplizierte Färbepflanze ist tatsächlich Kamille.
Aus den kleinen (getrockneten) Blüten entstehen warme Gelb-, Honig- und Sonnentöne, die wunderbar zu Naturmaterialien passen.
Vor allem Ostereier lassen sich damit ganz natürlich färben.
Wenn Du das Färben mit Pflanzenfarben einmal ausprobieren möchtest, ist Kamille ein wunderbarer, dankbarer Einstieg. Die Blüten sind leicht zu verarbeiten und ergeben ruhige, warme Farbtöne.
Für alle, die es selbst ausprobieren möchten, gibt es lose Kamillenblüten auch als Färbematerial im NATURKINDER Shop.
Du brauchst:
• Eier
• ca. 50 g getrocknete Kamillenblüten
• 2–3 Liter Wasser
Ausserdem:
• einen großen und einen kleinen Topf
• Kochlöffel
• Sieb und ein altes Geschirrtuch oder Etamin
Wie bei allen Pflanzenfarben gilt, die Färbeutensilien sollten nicht zum Kochen verwendet werden und umgekehrt.
So entsteht der Kamillen-Farbsud
1. Kamillenblüten in einen großen Topf mit guten 2 L Wasser geben.
2. Aufkochen und etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen.
3. Danach den Herd ausschalten und den Sud noch 10 bis 20 Minuten ziehen lassen. (Er kann auch länger ziehen, dann werden die Farben dunkler, aber nicht unbedingt strahlender.)
4. Anschließend den Farbsud durch ein Sieb oder Tuch abseihen.
Eier im Kamillensud färben
Die Eier im Sud wie gewohnt hart kochen.
Wenn die Eier anschließend noch im Farbbad liegen bleiben, kann die Farbe unter Umständen noch intensiver werden.
Nach dem Färben die Eier herausnehmen und an der Luft trocknen lassen.
So entstehen sanfte Butter-, Honig- oder Sonnengelb-Töne – jedes Ei ist ein Unikat.
Tipp: Seidiger Glanz
Wenn die Eier vollständig getrocknet sind, kannst Du sie mit ein paar Tropfen Olivenöl vorsichtig polieren. Dadurch werden die Farben etwas tiefer und die Oberfläche bekommt einen sanften, seidigen Glanz. Das siehst Du oben im Bild ganz gut.
Warum Pflanzenfarben so faszinierend sind
Beim Färben mit Pflanzen geht es für mich nie nur um die Farbe.
Es geht auch um das Arbeiten mit natürlichen Materialien, um ein Gefühl für Pflanzen und Farbstoffe und um die Erfahrung, dass aus einfachen Dingen etwas so Schönes entstehen kann. Irgendwie magisch.
Jede Färbung fällt ein wenig anders aus. Gerade das macht Pflanzenfarben für mich so besonders.
Kamille zum Färben von Textilien und Wolle
Kamille lässt sich grundsätzlich auch zum Färben von Naturfasern verwenden.
Auf Merinowolle, Alpakawolle oder Baumwolle entstehen dabei meist weiche Gelb- bis Honigtöne, die sehr natürlich wirken.
Allerdings gehört Gelb zu den Farben, die auf Textilien nicht immer hundertprozentig farbecht sind. Wer dauerhaft kräftigere Gelbtöne erzielen möchte, arbeitet deshalb oft mit einer Beize, zum Beispiel Alaun, um die Farbe besser im Material zu verankern. Auch Reseda eignet sich gut zum Färben von Textilien.
Für Eier funktioniert Kamille dagegen ganz unkompliziert – ohne Beize und ohne großen Aufwand. Gerade deshalb eignet sich Kamille wunderbar als sanfter Einstieg in das Färben mit Pflanzenfarben.
Häufige Fragen zum Färben mit Kamille
Welche Farbe ergibt Kamille beim Färben?
Kamillenblüten ergeben meist warme Gelb- bis Honigtöne. Die Intensität hängt von der Menge der Blüten, der Ziehzeit und dem Material ab.
Muss man beim Färben mit Kamille eine Beize verwenden?
Für Eier ist keine Beize nötig. Bei Wolle oder Textilien kann eine leichte Vorbehandlung mit Alaun helfen, die Farbe haltbarer zu machen.
Kann man Kamillen-Farbsud mehrfach verwenden?
Ja. Der Farbsud lässt sich oft mehrmals verwenden. Spätere Färbungen fallen unter Umständen etwas heller aus.
Viel Freude beim Ausprobieren und Experimentieren mit dieser dankbaren Pflanzenfarbe.